Alexander Hüsing (35) ist Chefredakteur und Gründer von deutsche-startups.de, einer der bekanntesten deutschen Tech-Blogs. Er studierte Geschichte, Politik und Osteuropäische Geschichte. Er hat bislang viele Internet-Unternehmer interviewt. Auch dieses Mal wollen wir den Spieß umdrehen und ihn sprechen lassen.
Ibrahim: Nachdem Du jahrelang journalistische Erfahrungen gesammelt hast, hast Du Dich dazu entschlossen, deutsche-startups.de zu gründen. Wer oder was hat Dich dazu bewegt?
Alexander: deutsche-startups.de ist aus meiner täglichen Arbeit als freier Journalist entstanden. Ein Online-Magazin für Gründer war die logische Erweiterung meiner vorherigen Arbeit. Seit zehn Jahren beschäftige ich mich mittlerweile als Journalist mit dem Medium Internet - immer auch mit dem Schwerpunkt Start-ups. Für viele Geschichten habe ich aber keine Abnehmer gefunden, weil sich viele Wirtschaftsblätter kaum für Start-ups interessieren. Für diese Medien sind junge Unternehmen meist erst interessant, wenn sie Erfolge vorweisen können.
Ibrahim: deutsche-startups.de ist aus der Startup-Szene nicht mehr wegzudenken. Was macht den Erfolg von deutsche-startups.de aus?
Alexander: Ich finde schön, dass deutsche-startups.de aus der Startup-Szene nicht mehr wegzudenken ist. Der Erfolg ruht auf mehreren Säulen: Wir versuchen den Markt möglichst vollständig abzudecken. Leider sind wir aber nur ein kleines Team, deswegen dauert es bei einigen Start-ups schon mal etwas länger, bis wir über sie berichten.
Ibrahim: deutsche-startups.de arbeitet mit sehr bekannten Investoren zusammen. Bedarf es Investoren, um ein Blog zum Erfolg zu führen?
Alexander: Man braucht keine Investoren, um ein Blog zu führen. Die finanzielle Unterstützung hat aber in der Anfangsphase geholfen, dass ich mich ganz auf das Produkt und die Inhalte konzentrieren konnte. Inzwischen trägt sich deutsche-startups.de komplett aus eigener Kraft. Das ist nicht immer leicht, aber machbar.
Ibrahim: Wer hat Dich in Deinem beruflichen Werdegang besonders beeindruckt?
Alexander: Mich beeindrucken Gründer, die gegen alle Markttrends und Prognosen für ihr Produkt kämpfen. Wichtig bei einem Gründer ist Leidenschaft. Wer nur den Exit im Kopf hat, verliert das Produkt schnell aus dem Auge.
Ibrahim: deutsche-startups.de hat auch einen Geschäftsführer, was für junge Blogger ungewöhnlich erscheinen mag. Würdest Du unseren jungen Usern professionelle Strukturen empfehlen?
Alexander: Professionelle Strukturen sind wichtig. Am Anfang geht es sicherlich auch ohne. Irgendwann muss man den Sprung vom Hobbyprojekt zum ordentlichen Unternehmen aber machen. Auch weil einige Partner sonst vielleicht an der professionellen Ausrichtung des Konzeptes zweifeln könnten.